Kapital auftreiben

Aus dem Vollen schöpfen

Natürlich muss es kein Gold sein. Aber ganz ohne finanzielle Mittel kann kaum ein Unternehmer überleben. Also ran an die Töpfe: Wir präsentieren die wichtigsten Fördermittel und erklären, wie du sie für deine Vorhaben nutzt. Erfahre hier, ob Crowdfunding oder ein Investor für dich in Frage kommt. Die passenden Ansprechpartner liefern wir dir gleich mit.

Heidecrowd

Crowdfunding neu gedacht

Das regionale Online-Portal Heidecrowd ermöglicht dir, deine Idee zu verwirklichen – auch wenn dir zunächst das nötige Kapital fehlt und eine reine Bankenfinanzierung schwierig erscheint. Denn wenn du genügend Unterstützer im Netz für dafür begeisterst, dein Produkt zu kaufen, steigt die Chance, dass dir Partner-Kredit- oder Förderinstitute von Heidecrowd weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.

Heidecrowd ist eine Initiative der IHK Lüneburg-Wolfsburg, der Leuphana Universität Lüneburg, der NBank, der MBG, den Sparkassen Lüneburg und Harburg-Buxtehude sowie der Volksbank Lüneburger Heide. Die Plattform ist Teil von Startnext, der größten Crowdfunding-Community für Ideen, Projekte und Start-ups im deutschsprachigen Raum.

Starte jetzt dein Projekt auf www.heidecrowd.de

Finanzierungsplattformen

Gemeinsam viel erreichen

So unterschiedlich die Finanzierungsangebote im Internet auf den ersten Blick aussehen - im Grunde basieren sie alle auf dem Crowdfunding-Gedanken: gemeinsam Vorhaben finanzieren.

Mit Crowdfunding lassen sich zum Beispiel neue Produkte und Start-Ups finanzieren. Das Besondere dabei ist, dass viele Menschen – die Crowd - ein Projekt gemeinsam unterstützen. Crowdfunding-Projekte werden in der Regel über Crowdfunding-Plattformen im Internet organisiert. Häufig ist eine Mindestsumme definiert, die in einem festgelegten Zeitraum erreicht werden muss, damit das Crowdfunding erfolgreich ist und das Projekt realisiert wird. Es lassen sich vier Crowdfunding-Modelle unterscheiden:

Reward-based Crowdfunding
Geldgeber finanzieren vorab den Verkauf

Seinen Ursprung hat das reward-based Crowdfunding im Kultur- und Kreativbereich. Hier wurde die Schwarmfinanzierung zuerst genutzt, um kreative Projekte vorzufinanzieren und dadurch realisierbar zu machen. Im Gegensatz zum bekannten Fundraising erhalten Unterstützer beim Crowdfunding sogenannte Dankeschöns: Gegenleistungen, die einen Anreiz zum Unterstützen geben.

Diese Form des Crowdfundings kann besonders für Unternehmen interessant sein, die ein neuartiges B2C-Produkt am Markt testen möchten. Da die Crowd nur Produkte finanziert, die sie tatsächlich interessieren (und auch kaufen würden), funktioniert die Kampagne als realer Markttest. Eine gute Crowdfunding-Kampagne kann außerdem ein großes Unterstützernetzwerk und wertvolle Multiplikatoren erreichen. Eine reward-based Crowdfunding-Kampagne vereint also Finanzierung, Marketing und Proof of Concept.

Heidecrowd unterstützt Crowdfunding in unserer Region. Wir machen dein Projekt regional sichtbarer und bieten dir auf Wunsch zusätzliche Finanzierungsbausteine: www.heidecrowd.de

Weitere Anbieter:
www.startnext.com
www.kickstarter.com
www.indiegogo.com

 

Equity-based Crowdfunding
Geldgeber erhalten eine erfolgsabhängige Rendite

Equity-based Crowdfunding wird auch als Crowdinvesting bezeichnet und macht die Geldgeber zu klassischen Teilhabern.

Für Start-ups ist Crowdinvesting vor allem in der frühen Seed-Phase interessant, wenn das Unternehmen Kapital benötigt, um den Markt zu erschließen. Die Geldgeber werden im Rahmen des Crowdinvestings am Unternehmenserfolg beteiligt. Das geschieht meist mittels partiarischer Darlehen, die durch ihren nachrangigen Status einen eigenkapitalähnlichen Charakter haben.

Der Anreiz für Investoren liegt in der prozentualen Beteiligung am Unternehmensgewinn oder, im Falle eines Exits, vom Verkauf des Unternehmens zu profitieren. Das Risiko besteht in der Gefahr, die Investitionen im Falle einer Insolvenz unwiderruflich zu verlieren. In der Regel besitzen Crowdinvestoren als reine Darlehensgeber keine Mitbestimmungs-, sondern lediglich Informationsrechte. Crowdinvesting unterliegt rechtlich dem Kleinanlegerschutzgesetz.

Anbieter:
www.kapilendo.de
www.companisto.com
www.seedmatch.de

 

Lending-based Crowdfunding
Geldgeber erhalten einen festen Zinssatz

Beim Crowdlending agiert die Crowd als Darlehensgeber für Privatpersonen oder Unternehmen. Die Darlehensvergabe erfolgt über eine Crowdlending-Plattform. Die Einstufung in Risikoklassen übernimmt die Crowdlending-Plattform, entsprechend gestaltet sich der zu zahlende Zins. Im Unterschied zu Bankdarlehen sind geringere Sicherheiten erforderlich, da das Risiko eines Zahlungsausfalls die Crowd zu tragen hat.

Auch beim Crowdlending wird gemäß dem Motto „Alles oder nichts“ das Darlehen erst vermittelt, wenn die Crowd die benötigte Darlehenssumme deckt. Eine zwischengeschaltete Bank vergibt dann das Darlehen an den Darlehensnehmer und verkauft die Teilforderungen an die Crowd. Die Plattformen selbst verfügen meist nicht über eine eigene Banklizenz .

Crowdlending ist am ehesten eine Alternative zum Bankkredit. Für die Geldgeber steht die Gewinnabsicht klar im Vordergrund.

Anbieter:
www.kapilendo.de
www.lendico.de
www.fundingcircle.com/de

 

Donation-based Crowdfunding
Finanzierung von sozialen und gemeinnützigen Projekten

Unter Crowddonating versteht man das Sammeln von Spenden nach dem Crowdfunding-typischen „Alles oder nichts“-Prinzip.

Meistens haben die so finanzierten Projekte einen gemeinnützigen Charakter. Im Gegensatz zum Reward-based Crowdfunding ist das Belohnen der Geldgeber durch Dankeschöns unüblich. Ist der Projektstarter dazu berechtigt, können Spendenquittungen ausgestellt werden. Da die Spenden beim Crowddonating in der Regel zweckgebunden sind, ist eine Überfinanzierung – also das Einsammeln von mehr als 100 Prozent der Funding-Summe - nicht möglich.

Anbieter:
www.betterplace.org
www.socialfunders.org
www.leetchi.com

Business Angels

Geld, das mitdenkt

Wer nicht nur an Kapital, sondern auch an unternehmerischem Wissen und Branchenkenntnissen interessiert ist, sollte sich nach einem oder mehreren Business Angels umschauen. Denn diese bieten „intelligentes Geld“: Sie liefern nicht nur Cash, sondern auch Know-how, teilweise sogar aus dem Netzwerk des Investors.

Entscheidend für das Engagement eines Business Angels ist neben einer überzeugenden Geschäftsidee das Vertrauen in die Fähigkeiten des Gründers bzw. des Gründungsteams. Förderlich ist es auch, wenn das Unternehmen zu einer Wachstumsbranche zählt.

Die meisten Business Angels finanzieren Unternehmen kurz nach oder während der Gründung mit Summen zwischen 10.000 und 1.000.000 Euro. Die durchschnittliche Beteiligung beträgt etwa 200.000 Euro. Im Gegenzug erwartet der Business Angel Unternehmensanteile und eine Rendite. Die durchschnittliche Beteiligungsdauer liegt zwischen fünf und sieben Jahren.

In Deutschland sind Business Angels noch nicht so verbreitet wie etwa in den USA. Wer einen geeigneten Business Angel sucht, wendet sich am besten an die regionalen Business-Angel-Netzwerke des Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND), in Nordostniedersachsen zum Beispiel an das Netzwerk Elbe-Weser (BANEW) und das Netzwerk Nordostniedersachsen (BANSON).

Venture Capital

Risikokapital für hohe Bedarfe

Für innovative und wachstumsorientierte Start-ups stellt Venture Capital, auch Beteiligungskapital genannt, eine interessante Finanzierungsalternative dar. Eine Venture-Capital-Gesellschaft investiert mit dem klaren Ziel, am Unternehmenswachstum zu partizipieren und ihre Unternehmensanteile mit Gewinn zu veräußern. Dazu geht sie bewusst höhere Investitionsrisiken ein und begleitet insbesondere Start-ups vor dem Markteinstieg oder im Wachstum.

Für ihre Investition erhält eine Venture-Capital-Gesellschaft nicht nur Unternehmensanteile, sondern auch eine Rendite. Die Höhe der Rendite orientiert sich an der Branche und am Investitionsrisiko. Die Investitionshöhe unterliegt keinerlei Beschränkungen.

In Deutschland sind rund 300 Beteiligungsgesellschaften aktiv. Eine besondere Herausforderung ist die Auswahl eines passenden Investors. Eine Übersicht möglicher Investoren bietet der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK).